
Der Nachlass des Galeristen Ferdinand Möller (1882-1956) enthält umfangreiches Material über die Entwicklung des Kunsthandels in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ab 1917 in Breslau, dann in Berlin und Potsdam und schließlich von 1951-56 in Köln, war Möller ein wichtiger Förderer der BRÜCKE-Künstler und der deutschen Moderne. Aufgrund seiner weitreichenden Verbindungen zu Sammlern und Vermittlern im In- und Ausland wurde er nach 1937 in die NS-bedingte „Verwertung“ jener Kunstwerke eingebunden, die zuvor in Museen und öffentlichen Sammlungen in Deutschland als „entartet“ beschlagnahmt worden waren.
Seit 2006 wird untersucht und erfasst, welche Kunstwerke sich aus dem Nachlass der fast 40-jährigen Galerietätigkeit erschließen lassen und welchen Weg sie im Zusammenhang mit Ferdinand Möller genommen haben. Ziel ist eine wesentliche Hilfestellung für die Provenienzforschung zur Umsetzung der Erklärung der Washingtoner Konferenz aus dem Jahr 1998.

Die Ergebnisse der Auswertung werden nach Abschluss des Forschungsprojekts auf Basis des Datenbank-Systems MuseumPlus öffentlich sein. Die gewohnte freie wissenschaftliche Einsicht in den Bestand ist bis dahin leider nicht möglich.
Bis 2008 initiativ finanziert durch die Ferdinand-Möller-Stiftung, gehört die wissenschaftliche Tiefenerschließung des Ferdinand-Möller-Archivs heute zu den ersten Projekten, deren Durchführung von der Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung am Institut für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung Preußischer Kulturbesitz gefördert wird.

